BIOPETROL INDUSTRIES AG
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21. November 2005, reuters.de

Biopetrol mit starkem Börsendebüt — Über Ausgabepreis

Frankfurt (Reuters) — Die Aktien des Biokraftstoff-Herstellers Biopetrol Industries haben am Montag bei ihrem Börsendebüt zeitweise rund zehn Prozent zugelegt. Damit ist gut zwei Monate nach EOP Biodiesel ein weiterer Hersteller von Biodiesel erfolgreich an der Börse gestartet.

Biopetrol-Papiere waren zu neun Euro und damit 80 Cent über dem Ausgabepreis von 8,20 Euro in den Handel im neuen Wachstumssegment Entry Standard der Frankfurter Börse gestartet. Bis zum Nachmittag gaben die Papiere jedoch etwas nach und notierten mit 8,45 Euro noch rund drei Prozent über dem Zuteilungspreis. Biopetrol hatte im Rahmen einer Privatplatzierung neun Millionen Aktionen ausgegeben. Von dem Emissionserlös von 73,8 Millionen Euro kommen den Angaben zufolge 57,4 Millionen Euro dem Unternehmen zu Gute. Mit dem frischen Geld will der im schweizerischen Zug ansässige Börsenneuling die Produktionskapazitäten ausbauen.

Biopetrol stellt in Schwarzheide in Brandenburg mit mehr als 60 Mitarbeitern rund 150.000 Tonnen Biodiesel im Jahr her. Mit dem Bau weiterer Werke solle sich die Produktionskapazität bis zum Jahr 2008 auf rund 750.000 Tonnen jährlich erhöhen. Biopetrol setzte in den ersten neuen Monaten dieses Jahres 57,2 Millionen Euro um und erzielte dabei einen Nettogewinn von 2,2 Millionen Euro. Hersteller alternativer Kraftstoffe profitieren derzeit vom hohen Ölpreis, der viele Verbraucher zum Umstieg auf günstigeren Biodiesel veranlasst.

An der Börse wird Biopetrol mit mehr als 300 Millionen Euro bewertet. Der Streubesitz beläuft sich auf 24,3 Prozent. Die Platzierung begleitete das Emissionshaus Equinet. Der Konkurrent EOP Biodiesel hat mit seinem Börsengang im September rund 25 Millionen Euro eingesammelt. Die ebenfalls im Entry Standard notierten EOP-Aktien wurden zu Wochenbeginn bei etwa zehn Euro gehandelt und lagen damit rund 30 Prozent über dem Ausgabepreis.

BÖRSE-VORSTAND FERSCHA WERTET ENTRY-STANDARD ALS ERFOLG
Deutsche-Börse-Vorstand Rudolf Ferscha sprach am Montag von einem Erfolg des knapp ein Monat alten „Entry Standard“. Seit dem Start am 25. Oktober hätten sich 15 Unternehmen für das neue Segment entschieden, sagte Ferscha. Der Auswahlindex Entry-Standard-Index legte seitdem zehn Prozent auf 1100 Punkte zu. Für dieses Jahr hat die Börse bis zu 20 Notierungen in Aussicht gestellt. 2006 soll sich die positive Entwicklung bei Erstemissionen Ferscha zufolge fortsetzen. In dem neuen Marktsegment können Mittelständler ihre Aktien mit weniger Aufwand und Kosten listen lassen. Wegen eingeschränkter Anlegerschutzregeln richtet sich das Segment vor allem an professionelle Anleger.

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