BIOPETROL INDUSTRIES AG
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29. März 2006, Focus Money

Biopetrol: Gutes Gewissen

Der Biodiesel-Hersteller will bis 2008 seine Produktion verfünffachen. Der Gewinn dürfte noch stärker steigen
Mal wieder sorgt ein Bundesfinanzminister für Unruhe. Ab 1. Juli dieses Jahres will Peer Steinbrück die Steuerbefreiung für Biodiesel abschaffen - und zehn Cent je Liter verlangen. "Das können wir verkraften", gibt sich ein Biopetrol-Manager dennoch gelassen.

Profitable Beimischung
Er hat allen Grund dazu. Denn die Bundesregierung will als Ausgleich ab dem kommenden Jahr eine Beimischungsquote festschreiben. Fast sechs Prozent des Diesels sollen dann aus Ökosprit sein. Bislang sind es gut zwei Prozent. Genau darauf hat Deutschlands zweitgrößter Biodiesel-Hersteller mit Hauptsitz in der Schweiz sein Geschäft längst ausgerichtet. Rund 30 Prozent seines Sprits verkauft das Unternehmen an Ölmultis wie Agip oder Total. Bis 2008 sollen es 60 Prozent sein.

Auf Biopetrol warten rosige Zeiten. Der Absatz ist ab 2007 quasi staatlich gesichert. Außerdem haben die Ölkonzerne kaum eine andere Wahl, als das gesunde Gewissen beizumischen - aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Rein technisch lassen sich aus einem Barrel Rohöl nur 21 Prozent Diesel gewinnen. Aus dem Rest wird Benzin, Heizöl oder Kerosin. Europas Raffinerien arbeiten bereits am Anschlag. Doch der Dieselverbrauch wächst seit Jahren überproportional, da immer mehr neue Pkws von Dieselmotoren angetrieben werden - und die wachsenden Lkw-Flotten. Für die Ölmultis lohnt es sich daher nicht, eine neue Raffinerie zu bauen. Der höhere Dieselbedarf wäre zwar gedeckt, die Konzerne blieben aber auf Überkapazitäten an Benzin und Heizöl sitzen. Bis 2010 wird das Dieseldefizit in Europa auf mehr als 20 Millionen Tonnen jährlich anwachsen, schätzt das Energieberatungsunternehmen Wood Mackenzie. 2020 sollen es 60 Millionen Tonnen sein.

Biopetrol will sich einiges davon abzapfen. Bis 2008 wird die Produktionskapazität auf 750 000 Tonnen jährlich verfünffacht. Da der Absatz so gut wie sicher ist und die Preise eher steigen, dürfte der Gewinn sogar noch etwas stärker wachsen. Bei einer Verfünffachung käme Biopetrol auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2008 von 34,2. Bei den gewaltigen Wachstumsraten ist diese Bewertung nicht zu hoch. Zudem ist das Unternehmen so gut wie schuldenfrei. PETER BLOED

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